Wie das Gletschertal bewohnbar wurde
Saas war einst ein Gletschertal, dessen Gletschermassen durch das Waadtland bis hin zum Jura reichten. In der Evolution wurde das nasskalte, bewölkte Klima durch die Sonne abgelöst. Die Wärme der Sonne liess die Gletscher schmelzen. Die Pflanzenwelt eroberte rasch die freiwerdenden Hänge und Ebenen, bezähmte die kalten Winde und entlockte der Erde fruchtbaren Tau und Regen. So wichen die Gletscher, periodisch noch wachsend, in die höchsten Schneeregionen. Das Saastal war nach dieser Zeit mit dichtem Wald überwachsen.
Die ersten Bewohner des Wallis
Die ersten Bewohner des Walliserbodens waren ausgewanderte Kelten. Sie wurden kurz vor Chr. Geburt von den Römern unterjocht. Der römische Kaiser vereinigte das Wallis mit Italien und liess Handel treiben über die Alpen. Ob der Monte Moro Pass wohl schon damals als Handelsweg genutzt wurde? Ein Münzenfund auf dem Kulminationspunkt des Antronapasses im Jahre 1963 durch den Bergführer Albert Imseng aus Saas-Fee scheint es zu beweisen.
Burgunder und Franken lösten die Römer in deren Herrschaft ab.
Haben die Sarazener den Saasern mehr als nur die Nasenform hinterlassen
939 brachen die Sarazenen, auch Mauren oder Mohren genannt, ins Wallis ein. Der König von Arles duldete das wilde Kriegsvolk unter der Bedingung, dass sie die Bergpässe gegen seine Feinde verteidigten. Ihr Hauptlager war in Almagel (heutiges Almagell). Neben der typischen Nasenform, die sie den Saasern hinterlassen haben sollen, nimmt man an, dass auch einige Orts-, Pass- und Bergnamen von ihnen stammen. So heisst Monte-Moro zu deutsch Mohrenberg und auch die arabisch lautenden Benennungen wie Almagell, Allalin und Mischabel können von den Sarazenern stammen. Da diese Namen noch heute verwendet werden, wird angenommen, dass die Urbewohner des Saastales, die wohl aus Hirten und Landanbauern bestanden, in engem Kontakt mit den Sarazenern standen.
Vom Landanbau und Handel zum Tourismus im Saastal
Gegen Ende des 18. und zu Beginn des 19. Jahrhunderts kamen Menschen ins Saastal, die sich von dieser Landschaft angezogen fühlten: Autoren von Reisewerken, Kartographen, Mineralogen, Botaniker und Landschaftsmaler. Mit ihren Schriften und Zeichnungen machten sie das Tal weitherum bekannt, so dass bald die ersten Touristen auftauchten, die von der magischen Gegenwart der Bergwelt fasziniert waren. In Saas-Grund fanden sie Unterkunft im "Gasthaus zur Sonne" (1833), später in der "Pension Monte Rosa" (1850) und im Hotel "Monte Moro" (1856), die auf Anraten von Pfarrer Johann Josef Imseng, dem grossen Pionier des Tourismus im Saastal, erbaut wurden und der selber im Jahre 1856 im Mattmark ein Gasthaus erstellen liess.
In Saas-Fee noch kein Echo auf die touristischen Entwicklungen im Tal
Trotz zahlreichen Erstbesteigungen in den Alpen, und obwohl bis 1880 im Saastal mit Ausnahme des Stecknadelhorns alle Viertausender bestiegen waren, ja selbst durch den Kilchherrn in seiner Soutane, gab es im Dorf Saas-Fee noch kein Echo auf die touristische Entwicklung im Tal.
Wo waren die Gründe für diese Zurückhaltung zu suchen? Das Dorf lag abseits der Talachse. Die Bewohner lebten mit knappen Mitteln zur Hauptsache von der Land- und Alpwirtschaft. Die Zeit hatte ein anderes Mass. Die Menschen lebten mit der Natur und ihren Geheimnissen, die sie nur schwer zu deuten vermochten, stets in Angst und Bangen vor den Bergen, vor den Lawinen und den Wildbächen. So staunten sie, als die Touristen von der Schönheit der Natur sprachen, die Landschaftsmaler die "schrecklichen" Berge und die drohenden Gletscher in Farbe festhielten. Es ging nunmehr darum, die fremden Menschen anzunehmen, die andere Kleider trugen, die eine Sprache redeten, die sie nicht verstanden, vor allem galt es, die romantische Ideologie der Touristen zu verstehen, die Hemmnisse vor der Natur abzulegen und selber die Schönheiten der Berge und der Gletscher zu entdecken. Dazu brauchte das Dorf seine Zeit.
Das Gletscherdorf wird Kurort
Saas-Fee kam spät, aber kam. Das äussere Bild des Bergbauerndorfes änderte sich plötzlich. In den Jahren 1880/81 wurde von der Gemeinde Saas-Fee das erste Hotel gebaut und es erhielt den Namen Dom, entsprechend dem Berg, der mit 4545 m.ü.M. der höchste Gipfel ist, der ganz frei auf Schweizerboden steht. Der Entscheid des Dorfes hatte historische Bedeutung, da mit diesem Gasthaus das touristische Zeitalter im Gletscherdorf eingeläutet wurde.
Dann folgten innert zwölf Jahren drei weitere Gasthäuser: 1883 das Hotel Bellevue, am Standort des heutigen Walliserhof; 1893 das Grand Hotel; im gleichen Jahr das Hotel Beau-Site. Mit den vier Hotels hatte das Dorf prägende Akzente erhalten: eine neue Welt entstand in der kleinen Welt. Die ersten Gäste in den Hotels, während der Belle Epoque, stammten aus der gehobenen Klasse: Adel, gutsituierte Romantiker und originelle Engländer.
Ein Pfarrer als Tourismus Pionier
Pfarrer Johann Josef Imseng konnte die historische Epoche seines Geburtsortes nicht mehr erleben (1806 - 1869). Durch seinen Pioniergeist ist er in die touristische Geschichte des Tales eingegangen. Als Hotelier wirkte er bahnbrechend im Tale. Als Bergführer brachte er Hochtouristen ins Tal und führte sie auf die Berge. Als erster Skifahrer der Schweiz fuhr er im Jahre 1849 auf selbstangefertigten Holzlatten von Saas-Fee nach Saas-Grund. Die Nachwelt hat ihm als Zeichen der Dankbarkeit auf dem Dorfplatz von Saas-Fee ein Standbild errichtet. Dort steht er unbeweglich an der Hauptstrasse, währenddem die kosmopolitische Welt mit ihrem wechselnden Spiel der Farben an ihm vorüberzieht.
Die Autostrasse
Im Mai 1949 traf aus Bern der positive Entscheid für den Bau der Autostrasse Saas-Grund - Saas-Fee ein. Bereits im Frühling 1950 wurde mit den Arbeiten begonnen.
Die Autostrasse führte in zwei eleganten Haarnadelschlaufen bis zum Dorf, aber nicht hinein. Nie herrschte eine solche "unité de doctrine" bei der Behörde und der Bevölkerung wie bei der Festlegung des Autostrassenterminus direkt hinter den pittoresken Stadeln auf der Felsrippe, die gleichsam als Wächter vor dem Dorfe stehen, damit Saas-Fee seine Identität bewahrt.
Am 8. Juli 1951 fuhr das erste Auto nach Saas-Fee (Präsident Hubert Bumann 1949 - 1969). Es war der grosse Tag für das Dorf, es war ein historisches Ereignis. Die touristische Entwicklung war nun nicht mehr aufhaltbar.
Deutung des Ortsnamens "Saas-Fee"
Nachstehend ist die Deutung des Ortsnamens "Saas-Fee" angeführt, sowie die Nachforschungen hierüber Auskunft geben. Zu den Bezeichnungen Saas und Fee, gibt es zahlreiche Deutungen, die jedoch teilweise eher als Hypothese zu betrachten sind.
Saas
Für Saas findet man in den ältesten Urkunden die Bezeichnung Sausa, Sauxa, Solxa, Solze, die vom lateinischen salis (saule) = Weide abgeleitet werden.
Saas erinnert aber auch an das althochdeutsche Sahs = Felsen.
Eine andere Deutung ist die vom althochdeutschen Saza = Wohnung oder Niederlassung.
Saas wurde aber auch schon abgeleitet vom früheren Sassertal = Salasser, einem Stamm des ligurischen Volkes.
Könnte Saas verglichen werden mit dem ladinischen Saas = Stein? In den ladinisch sprechenden Tälern der Dolomiten findet man zahlreiche Ortsbezeichnungen mit Saas, Saaso, Sass für Erhebungen.
Fee
Man kann sich fragen, ob Fee nicht etwas mit unserer Mundartbezeichnung Vee (= Vieh) zu tun hat? Es ist nicht ausgeschlossen, dass (Saas-) Fee vor der Besiedlung einstens dank seiner Höhenlage als Sommeralpe diente.
Fee lässt sich auch herleiten vom lateinischen fetag = Mutterschaf.
Auch könnte Fee mit der ligurischen Wurzel Ves = Berg verglichen werden.
Auch die Ableitung vom keltischen Fei ist möglich (Fei = weibliche Halbgöttin in Gewässern, die von den Kelten verehrt wurde.)
Oder ist Fee einfach keltisch, was so viel heisst wie diensttreu?
Fee erinnert auch an das Patois der Unterwalliser, wo man mit Féa oder Feja das Schaf bezeichnet. Auf den alten Karten findet man auch die Bezeichnung Uff Föberg, was mit Schafberg identisch wäre.
Könnte der Name Fee mit Fagus, Buche oder mit Vallis Venemia, einer Urkunde zusammenhängen?
Die Bezeichnung Feet für das Dörfchen (Saas-) Fee gebrauchte Arnold Escher 1843 in seinem Tagebuch. Feet kann vom lateinischen Feudum = Lehen abgeleitet werden (Foedum, Fet = im walserischen ö = e, d = t).
Foe hatte auch die Bedeutung von Gletscher.
Gemeindewappen Saas-Fee
Das Wappen von Saas-Fee zeigt auf blauem Hintergrund, über einem grünen Dreiberg schwebend, im Mittelfeld den Buchstaben F. Das oberste Felddrittel ist von zwei in sich verschlungenen Buchstaben S besetzt, umrahmt von zwei silbernen Sternen. Die drei Buchstaben erschienen in goldener Farbe. Die beiden S sind vertikal angeordnet, der Buchstabe F ist nach rechts geneigt (kursiv), in gleicher Schrift, aber verschieden in den Dimensionen.
Laut dem 1985 erschienen Walliser Wappenbuch wurde das Feer Wappen 1939 amtlich angenommen. Es war von Rudolf Imseng entworfen worden, damals in der Funktion als Gemeindeschreiber. Das Werk entstand, weil die Leitung der Landesausstellung 1939 plante, alle Gemeindewappen in einer Gesamtschau zu präsentieren, wohl als Ausdruck vielfältiger kommunaler Identität und von kantonsübergreifendem Verbund.
Rudolf Imseng mag sich bei seinem Modell am Talwappen orientiert haben, das unter anderem die Initialen der vier Saaser Gemeinden (F, G, A und B), die früheren Viertel des Tales, enthält, jeweils an die Enden eines gleichschenkligen Kreuzes gesetzt. Möglicherweise stammt das Vorbild seiner Zeichnung
Partner Gemeinden
Geografische Lage Saas-Fee
Entwicklung Bevölkerung
Saas-Fee, die erste feinstaubfreie Gemeinde der Welt
Die Gemeinde Saas-Fee versucht mit anderen Partnern zusammen, dem durch Holzfeuerungen und Cheminées verursachten Feinstaub den Kampf anzusagen.
Damit betreibt sie nicht nur aktiven Umweltschutz, sondern fördert gleichzeitig auch die lokale Wirtschaft.
In der Schweiz ist Holz nach der Wasserkraft der zweitwichtigste erneuerbare Energieträger. Bei einer nachhaltigen Bewirtschaftung des Schweizer Waldes kann die aktuell genutzte Menge an Energieholz etwa verdoppelt werden.
Die Nutzung von Energieholz für Heizzwecke ist CO2-neutral und schont somit das Klima. Trotzdem schaden vor allem ältere Holzfeuerungen und Cheminées der Umwelt.
Die Gemeinde Saas-Fee versucht nun in Zusammenarbeit mit lokalen, regionalen und nationalen Partnern diesen Umweltschäden entgegen zu kommen und will Taten folgen lassen
Gefährlicher Feinstaub
Bei der Verbrennung von Holz entsteht gefährlicher Feinstaub. Seit einigen Jahren ist der Feinstaub vor allem in den Wintermonaten ein Tagesthema. Bei Inversionslagen (stabile warme Luftschicht über kalter Bodenluft)
werden die Feinstaubgrenzwerte in der Luft regelmässig massiv überschritten. Neue Forschungsresultate zeigen: Oft sind Holzheizungen und Cheminées für den Dreck in der Luft verantwortlich und produzieren mehr giftigen Feinstaub
als Motorfahrzeuge. Die gesundheitsgefährdenden Feinstaubpartikel gelangen über die Atemwege in die Lungen und dringen über die Lungenbläschen bis in den Blutkreislauf vor.
Dadurch können neben der Lungen auch andere Organe beeinträchtigt werden. Die gesundheitlichen Auswirkungen können Husten, Bronchitis, Asthma, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und sogar Lungenkrebs sein.
Feinstaubfilter als Lösung
Die Firma OekoSolve aus Buchs hat vor drei Jahren mit der Entwicklung eines elektrostatischen Feinstaubfilters begonnen, der die giftigen Russpartikel aus der Kaminabluft herausfiltert. Mit einem Abscheidegrad von 95 % hat man mit der OekoTube derzeit das leistungsstärkste Produkt in dieser Sparte. Der OekoTube kann auf fast allen Kleinholzfeuerungen problemlos installiert und bei der jährlichen Reinigung durch den Kaminfeger einfach gewartet werden.
Wohlgemerkt: der Feinstaubfilter ist eine sekundäre Massnahme. Wichtig ist, ausschliesslich naturbelassenes Holz zu verbrennen und die Verbrennung der Holzfeuerung zu optimieren.
Gründung der Freien Ferienrepublik Saas-Fee
Am 29. Oktober 2011 haben wir unseren Auftritt rundum erneuert und anlässlich eines grossen Fests die „Freie Ferienrepublik Saas-Fee“ ausgerufen.
Die Gründungsfeier fand in Anwesenheit von bunt gemischter Prominenz gemeinsam mit den Gemeindepräsidenten und der Bevölkerung der vier Gemeinden Saas-Fee, Saas-Grund, Saas-Balen und Saas-Almagell statt.
80% Sonnentage, 100% schneesicher und bis zu 4545 Meter über dem Alltag: So schön
wie in der Freien Ferienrepublik sind Ferien sonst nirgends, fanden die vier Walliser
Gemeinden Saas-Balen, Saas-Grund, Saas-Almagell und Saas-Fee.
Bürgerrechte
1. Das Recht auf 300 Sonnentage pro Jahr
2. Das Recht auf 42 Wochen Spass im Schnee
3. Das Recht auf 18 Viertausender
4. Das Recht auf das höchstgelegene Drehrestaurant der Welt
5. Das Recht auf die höchste U-Bahn der Welt
6. Das Recht auf einen der faszinierendsten Gletscher Europas
7. Das Recht auf 350km Wanderwege
8. Das Recht auf vier ursprüngliche Walliser Bergdörfer
9. Das Recht auf handzahme Murmeltiere
10. Das Recht vom Dom auf das Matterhorn hinabzublicken
11. Das Recht auf umweltfreundliche Erholung
12. Das Recht auf Spass mit der ganzen Familie
***




